Sabine Neuhaus

Auszug aus der Rede der Kunsthistorikerin Dr. Susanne Conzen anlässlich der Ausstellungseröffnung Stadtgalerie Altena

SABINE NEUHAUS – NATURGEMÄSS

„………Sie gestaltet, um das der Natur Innewohnende zu exponieren, ihre Experimentierfreude und Kreativität suchen das NATURGEMÄSSE, denn dort findet sich das für den Menschen Wesentliche wieder.

Sabine Neuhaus wählt ihren eigenen Weg mit den archaisch-skulpturalen Objekten, die sie der Natur für einige Zeit nimmt, um sie für den Menschen begreifbar und verständlich werden zu lassen. Dieser Prozess erfordert ein außerordentliches Maß an Respekt, ja Demut gegenüber dem, was die Natur offenbart. Und mit dieser Formulierung bin ich nicht weit von dem, nicht nur unsere europäische Kultur prägenden ursprünglichen Schöpfungsgedanken entfernt, als sinngebendes Motiv menschlicher Existenz.

Als ein zentrales Motiv ihrer Arbeit betrachtet Sabine Neuhaus das menschliche Gesicht….Wir sind hier von Gesichtern umgeben………..Wir treffen auf eine große Menge von eher kleinen, kopfartigen Gebilden auf langen dünnen Stangen. Sind es offene Münder, undurchschaubare Augmale, die uns entgegenstarren? Ein Windzug würde die Gruppe leicht bewegen  eine eigentümliche, ein wenig unangenehm klagende Atmosphäre durchdringt den Raum, insbesondere wenn man diesen Wesen allein gegenübersteht.

Es sind diese Gesichtspiktogramme, reduziert auf das Wesentliche des Ausdrucks, die sich auch auf den Graphiken, den Holzschnitten und  Siebdrucken wiederfinden: LEBENSZEICHEN eben, Ausdrucksträger, die ihren Betrachter fordern. Bleibt er an der formalen, äußeren Erscheinung hängen, d.h. dominiert die intellektuelle Ebene der Wahrnehmung, bleibt die Substanz, die eigentliche Präsenz der Arbeit verborgen. Und damit kehren wir wieder an den Anfang meiner Ausführungen zurück, zu der Begegnung zwischen dem Kunstschaffenden in Form seiner künstlerischen Arbeit und dem Betrachter. Und mit den Werken von Sabine Neuhaus gilt es vielleicht noch ein wenig mehr als gewohnt, sich einzulassen auf den ruhigen Moment der Betrachtung und diese LEBENSZEICHEN individuell zu ergründen.